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October 23 2010
Yet another Street-View-WLAN-Blogbeitrag
Der @mspro hat mich das erste Mal zu einem Blogbeitrag animiert. Mit diesem Tweet:

Nun ist es ja so, dass diese Aktion eigentlich den Leuten mal zeigt, welch unsichere Netzwerke sie haben. Natürlich brüllen jetzt alle: "Aber wenn eine Wohnungstür den ganzen Tag offen steht, darf man trotzdem nichts aus dem Haus klauen". OK, seh ich ein. Was aber, wenn die Möbel sich selbst vor die Haustür zur Mülltonne stellen? Darf die städtische Entsorgungsgesellschaft diese dann trotzdem nicht mitnehmen?
July 20 2010
Apple-Ortung: Willkommen in der Realität
Da hamwer den Salat: Auch Apple hat WLANs kartographiert. Allerdings haben sie dafür die Benutzerendgeräte (iPhone, Macbook) missbraucht, indem sie seit 2 Jahren einfach heimlich die GPS-Position und WLAN-Feldstärken gemessen und verschickt haben. Diese Daten wurden dann anonymisiert gespeichert und ausgewertet. Technisch gesehen, ein gutes Konzept. Man braucht keine Autos, die rumfahren und messen und man kann auch in Fußgängerzonen aufzeichnen.
Dumm nur: In der Medienbranche werden Apple-Produkte sehr häufig eingesetzt. Als Google diese Daten aufgezeichnet hat, gab es ganze Titelblätter zu diesem Thema. Jetzt aber wird die eigene heile Welt angegriffen und da man drüber berichten muss, wird es jetzt eben weiter unten positioniert. Die typische "Ist halt passiert" Haltung. Und dieses Verhalten kotzt mich an.
Auf Twitter wird halt ab und zu mal ein Link dazu gepostet, aber keine Diskussion geführt. Auf "Spiegel Online" muss man 1-2 Bildschirmseiten runterscrollen. Dieses Weggucken nervt mich sehr an. Wurde bei Google groß diskutiert, weil sie Daten mehr oder weniger aus Versehen aufgezeichnet haben, die sie nicht brauchten, wurde dies bei Apple mit voller Absicht getan und der User dafür missbraucht, ohne dass der davon wusste.
Schlimm ist ja schon, dass dies mit Mobilfunkgeräten getan wurde, ist dies auch bei Macbooks gemacht worden, die die Ortserkennung eingeschaltet haben (ist das eigentlich default?). Wenn wir dies mal weiterspinnen: Wenn schon solche Daten mal eben kurz zu Apple geschickt werden (dank Closed-Source-Software), was wird dann noch mal nebenbei geschickt? Die zuletzt bearbeiteten Geschäftsdokumente, die klein genug sind, als dass sie im Sekundenbereich verschickt sind und zwischen den anderen Daten nicht auffallen? Mir scheint ja, dass es unter Mac-Usern einfach nicht genügend Leute gibt, die den Datenverkehr aufzeichnen, sonst wären selbst die Standort-Datenübermittlungen aufgefallen. Also warum nicht dieses Horrorszenario?
Wollen Mac-User (nehme da Windows-User nicht aus) lieber die Augen verschließen, weil man das bisher auch getan hat? Oder wollt ihr lieber, dass Pullover-in-Hose-Steve dann doch mal lückenlos aufdeckt, welche Daten so an Apple geschickt wurden? Denn das ist, wie man sieht, nicht immer in den Nutzungsbedingungen erwähnt. Ich würde mir für euch wünschen, dass ich mit meinen Vermutungen unrecht habe, aber ich könnt das Gegenteil glücklicherweise noch nicht beweisen ;-)
Was mich aber am Meisten freut: Endlich merken Apple-User, dass Google nicht die Datenkrake ist, sondern dass alle Firmen, die ihren Usern personalisierte Dinge jeglicher Art anbieten wollen, Daten sammeln müssen. Denn User in Deutschland wollen keine Werbung für rumänische Waschmittel sehen, sondern auf ihre Region und Wünsche angepasste Werbung (angeblich einer der Gründe für die Sammelwut von Apple und Google), wenn Software schon werbefinanziert sein muss. Solche Daten brauchen alle Firmen und das wird in den nächsten Jahren immer krasser werden. Da können Datenschutzbestimmungen noch so kleinlich definiert sein. Ich schätze, diese werden aufgeweicht werden müssen, wenn die Lobbyisten ihre Arbeit gut machen. Die deutschen Datenschutzgesetze sind nämlich in meinen Augen nicht auf das Internet anwendbar und bedürfen endlich einer realitätsnahen Reform.
Aber ach!
April 16 2010
Das war die re:publica 2010
Tja, was soll ich sagen: Irgendwie war die re:publica nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Hier mal, was ich mir erwartete:
- gutes Networking mit Leuten, die man nicht schon von den üblichen Netzwerken kennt
- tolle Sessions/Vorträge zu Themen, die man nicht schon auf diversen Barcamps gehört oder auf einschlägigen Webseiten gelesen hat
- die Möglichkeit, live zu berichten/bloggen (was man von einer Bloggerveranstaltung ja eigentlich erwarten kann)
Und wer hätte es erwartet: ALLE diese Punkte konnten in keinster Weise erfüllt werden. Größter Kritikpunkt: das Internet. Schon im letzten Jahr gab es während der re:publica 2009 mehr Berichterstattung von außen (Medien) als von innen, weil niemand von innen kabellos ins Internet kam. Auch dieses Jahr ließ das WLAN schwer zu wünschen übrig. Wenn man mal das Glück hatte, per DHCP eine IP zu bekommen, bekam dann keine DNS-Anfragen raus und wenn selbst das per Google-DNS gelöst war, kamen keine Daten mehr durch oder die Verbindung brach ab. Leider kamen die Veranstalter auch nicht auf die Idee, mal ein paar Netzwerkkabel hinzuhängen, damit man mit dem Laptop wenigstens mal ein paar Flickr-Fotos hochladen konnte. Mir scheint, niemandem war dort bewusst, dass es Leute gibt, die zur Veranstaltung kamen, weil sie mit dem Bloggen Geld verdienen und u.U. ein paar Exklusiv-Artikel veröffentlichen wollten.
Auch die Sessions waren jetzt nicht allzu berauschend. Da gab es die Google-Sessions: Eine Session über Buzz, dessen Inhalt alle Beteiligten bereits kannten und eigentlich nur eine Buzz-Produktpräsentation war. Dann war da die "Was bietet Google noch?" Session, bei der ein paar neue Funktionen von Google Docs gezeigt wurden, von denen man bereits hörte, aber es auch mal schön war, diese auch Live zu sehen. Direkt im Anschluss noch eine "Kollaboration mit Google Produkten" Session, auf der Docs/Spreadsheets und Wave mit mehr als einer Person gezeigt wurde. Die vierte Session von Google war "Wie kann man Googles Produkte besser machen?", wo sich die Teilnehmer beschwerten, dass man die Kontaktmöglichkeit zu Google vermisst und für besser findbaren Support (ohne Foren) sogar zahlen würde.
Weiterhin gabs noch viele Sessions zum Thema "Privacy". Mich nervt diese Diskutiererei dazu extrem an und ich hätte jedes Mal brechen können, als bei einigen Firmen- und Produkt-Bashings direkt die Privacy-über-alles-Jubelperser kurz vor einem Standing-Ovation-Flashmob standen.
Eine der wenigen guten Sessions kam von Sascha Pallenberg zum Thema: "Wie kann ich mit Bloggen Geld verdienen", bei denen er den Leuten erstmal erklären musste, dass es kein Geheimrezept gibt, sondern dass jeder seinen eigenen Weg hat und es eigentlich immer auf den Content und die Einzigartigkeit dessen ankommt.
Zu den Teilnehmern kann man fast sagen: Ja, es war schön, einige Gesichter die man von Twitter kennt, auch mal face2face zu begegnen (wovon ich hier keine Aufzählung machen werde, weil ich mit Sicherheit Leute vergesse und die sich dann beschweren werden), aber leider waren viel zu wenig Leute dort, die noch nie auf Barcamps oder ähnlichen Veranstaltungen waren, die man gar nicht kannte und mit denen man vielleicht gerne mal Kontakt aufgenommen hätte.
Extrem negativ fand ich am letzten Tag der #rp10 (offizielles Hashtag der re:publica) die Location. Ab 14:00 Uhr mussten die Teilnehmer den Friedrichstadtpalast verlassen, weil man anscheinend alles für eine weitere Veranstaltung vorbereiten wollte. Leider wurde damit auch die Garderobe geschlossen, sodass man den halben Tag mit seinem Gepäck rumrennen musste, wenn man, wie ich auch, am letzten Tag abends abreist. Für mich fällt das in die Kategorie "epicfail".
Fazit: Diese Veranstaltung war schlicht und ergreifend langweilig und unproduktiv.
March 04 2010
Wecken lassen und Mails checken - Vodafone stellt webby vor
Auf der Cebit stellt Vodafone sein neustes Gimmick vor: webby.

Abends im Bett nochmal Mails checken oder seine Feeds lesen, dafür brauchte man einen Laptop/Netbook oder ein halbwegs gutes Smartphone. Ab sofort macht das der Radio-Wecker "webby".
Mit ihm lassen sich sowohl Social-Media-Dienste wie Facebook oder Twitter einbinden, als auch verschiedene Feeds (noch nicht am Anfang, später schon) und E-Mail-Quellen.
Das wichtigste Feature aber ist, dass er eigentlich ein Internet-Radio-Wecker ist. Man kann sich von seinem Lieblingssender, der nur am anderen Ende der Welt ausgestrahlt wird wecken lassen, wenn er denn einen Internetstream anbietet.
Ich durfte das Gerät auf der Cebit schon mal anfassen und testen und muss sagen, dass es schon ganz gut bedienbar ist. Leider ist das Gerät noch in der Testphase und hat noch ein paar Bugs, aber die Verbindung zum WLAN ist recht einfach.
Leider fehlt in meinen Augen ein LAN-Anschluss, aber man kann eben nicht alles haben. Außerdem war die Testzeit etwas kurz, um noch mehr sagen zu können.
Anfangs wird es das Gerät bei Vodafone für DSL-Neukunden als Gratis-Gerät dazu geben und soll in den nächsten drei Monaten erscheinen. Ein Preis für Nicht-Kunden steht bisher nicht fest.
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