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December 30 2010

Abtei von Cluny in 3D - gute Idee, aber nicht weit genug gedacht

Zum 1100-jährigen Geburtstag hat sich die Abtei von Cluny ein 3D-Modell erstellen lassen, was das Gebäude in mittelalterlichem Bau zeigt. Teile, die heute nicht mehr existieren oder umgebaut worden sind, kann man sich so auf 3D-Monitoren vor Ort anschauen und in eine Erlebniswelt eintauchen, wie die Mönche damals lebten.

An sich eine gute Idee. Nur warum wieder dieses Offline-Denken? Die Kirchen dieser Welt werden von jungen Menschen immer als verstaubt angesehen, weil sie sich nicht weiterentwickeln. Ich persönlich würde nur der Abtei wegen nicht nach Frankreich fahren, um mir das Gebäude und die 3D-Umsetzung anschauen. Nun wäre es ja sinnvoll zu sagen: "Hey ihr da im Internet, wir haben ein 3D-Modell und möchten, dass sich Leute gegen ein Eintrittsgeld unsere Abtei im Internet in 3D anschauen können." und ich wette, dass es da diverse Bewerber für die Umsetzung im Netz gäbe. Und schon könnte die Abtei nochmal ein paar Euro nebenbei verdienen.

Ich weiss schon, dass meist eine ganze Region von einer Sehenswürdigkeit lebt und natürlich wird es immer Leute geben, die sich die Abtei und die Gegend persönlich anschauen, aber die 2-3 Euro Eintrittsgeld für den virtuellen Rundgang würde ich der Abtei gerne zukommen lassen, die sie ansonsten durch meinen Nicht-Besuch gar nicht bekommen würden.

Liebe Kirche: Das Internet beisst nicht. Ehrlich!


April 16 2010

Das war die re:publica 2010

Tja, was soll ich sagen: Irgendwie war die re:publica nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Hier mal, was ich mir erwartete:

  • gutes Networking mit Leuten, die man nicht schon von den üblichen Netzwerken kennt
  • tolle Sessions/Vorträge zu Themen, die man nicht schon auf diversen Barcamps gehört oder auf einschlägigen Webseiten gelesen hat
  • die Möglichkeit, live zu berichten/bloggen (was man von einer Bloggerveranstaltung ja eigentlich erwarten kann)

Und wer hätte es erwartet: ALLE diese Punkte konnten in keinster Weise erfüllt werden. Größter Kritikpunkt: das Internet. Schon im letzten Jahr gab es während der re:publica 2009 mehr Berichterstattung von außen (Medien) als von innen, weil niemand von innen kabellos ins Internet kam. Auch dieses Jahr ließ das WLAN schwer zu wünschen übrig. Wenn man mal das Glück hatte, per DHCP eine IP zu bekommen, bekam dann keine DNS-Anfragen raus und wenn selbst das per Google-DNS gelöst war, kamen keine Daten mehr durch oder die Verbindung brach ab. Leider kamen die Veranstalter auch nicht auf die Idee, mal ein paar Netzwerkkabel hinzuhängen, damit man mit dem Laptop wenigstens mal ein paar Flickr-Fotos hochladen konnte. Mir scheint, niemandem war dort bewusst, dass es Leute gibt, die zur Veranstaltung kamen, weil sie mit dem Bloggen Geld verdienen und u.U. ein paar Exklusiv-Artikel veröffentlichen wollten.

Auch die Sessions waren jetzt nicht allzu berauschend. Da gab es die Google-Sessions: Eine Session über Buzz, dessen Inhalt alle Beteiligten bereits kannten und eigentlich nur eine Buzz-Produktpräsentation war. Dann war da die "Was bietet Google noch?" Session, bei der ein paar neue Funktionen von Google Docs gezeigt wurden, von denen man bereits hörte, aber es auch mal schön war, diese auch Live zu sehen. Direkt im Anschluss noch eine "Kollaboration mit Google Produkten" Session, auf der Docs/Spreadsheets und Wave mit mehr als einer Person gezeigt wurde. Die vierte Session von Google war "Wie kann man Googles Produkte besser machen?", wo sich die Teilnehmer beschwerten, dass man die Kontaktmöglichkeit zu Google vermisst und für besser findbaren Support (ohne Foren) sogar zahlen würde.

Weiterhin gabs noch viele Sessions zum Thema "Privacy". Mich nervt diese Diskutiererei dazu extrem an und ich hätte jedes Mal brechen können, als bei einigen Firmen- und Produkt-Bashings direkt die Privacy-über-alles-Jubelperser kurz vor einem Standing-Ovation-Flashmob standen.

Eine der wenigen guten Sessions kam von Sascha Pallenberg zum Thema: "Wie kann ich mit Bloggen Geld verdienen", bei denen er den Leuten erstmal erklären musste, dass es kein Geheimrezept gibt, sondern dass jeder seinen eigenen Weg hat und es eigentlich immer auf den Content und die Einzigartigkeit dessen ankommt.

Zu den Teilnehmern kann man fast sagen: Ja, es war schön, einige Gesichter die man von Twitter kennt, auch mal face2face zu begegnen (wovon ich hier keine Aufzählung machen werde, weil ich mit Sicherheit Leute vergesse und die sich dann beschweren werden), aber leider waren viel zu wenig Leute dort, die noch nie auf Barcamps oder ähnlichen Veranstaltungen waren, die man gar nicht kannte und mit denen man vielleicht gerne mal Kontakt aufgenommen hätte.

Extrem negativ fand ich am letzten Tag der #rp10 (offizielles Hashtag der re:publica) die Location. Ab 14:00 Uhr mussten die Teilnehmer den Friedrichstadtpalast verlassen, weil man anscheinend alles für eine weitere Veranstaltung vorbereiten wollte. Leider wurde damit auch die Garderobe geschlossen, sodass man den halben Tag mit seinem Gepäck rumrennen musste, wenn man, wie ich auch, am letzten Tag abends abreist. Für mich fällt das in die Kategorie "epicfail".

Fazit: Diese Veranstaltung war schlicht und ergreifend langweilig und unproduktiv.

March 04 2010

Wecken lassen und Mails checken - Vodafone stellt webby vor

Auf der Cebit stellt Vodafone sein neustes Gimmick vor: webby.

Abends im Bett nochmal Mails checken oder seine Feeds lesen, dafür brauchte man einen Laptop/Netbook oder ein halbwegs gutes Smartphone. Ab sofort macht das der Radio-Wecker "webby".

Mit ihm lassen sich sowohl Social-Media-Dienste wie Facebook oder Twitter einbinden, als auch verschiedene Feeds (noch nicht am Anfang, später schon) und E-Mail-Quellen.
Das wichtigste Feature aber ist, dass er eigentlich ein Internet-Radio-Wecker ist. Man kann sich von seinem Lieblingssender, der nur am anderen Ende der Welt ausgestrahlt wird wecken lassen, wenn er denn einen Internetstream anbietet.

Ich durfte das Gerät auf der Cebit schon mal anfassen und testen und muss sagen, dass es schon ganz gut bedienbar ist. Leider ist das Gerät noch in der Testphase und hat noch ein paar Bugs, aber die Verbindung zum WLAN ist recht einfach.

Leider fehlt in meinen Augen ein LAN-Anschluss, aber man kann eben nicht alles haben. Außerdem war die Testzeit etwas kurz, um noch mehr sagen zu können.

Anfangs wird es das Gerät bei Vodafone für DSL-Neukunden als Gratis-Gerät dazu geben und soll in den nächsten drei Monaten erscheinen. Ein Preis für Nicht-Kunden steht bisher nicht fest.

January 18 2010

Kostenpflichtige Inhalte im Web [Update]

Mal wieder geht ein Raunen durch die deutsche Internetszene: "Es gibt neue Bezahlinhalte im Web". Gemeint ist u.a. das Angebot des Hamburger Abendblatts, welches nur noch einen kleinen Teil seiner Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen wird. Der Rest muss fleissig bezahlt werden, wie die Papierausgabe auch. Leider verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Ist die Szene noch immer so blind oder blöd zu glauben, dass kostenlose Inhalte wirklich funktionieren? Irgendwie muss der ganze Kram finanziert werden. Natürlich dachten auch Verlage viele Jahre, dass sie die Online-Ausgabe mit ihren Print-Einnahmen stützen könnten. Sie hätten von Anfang ihren Content kostenpflichtig machen sollen, sodass kein falscher Eindruck hätte entstehen können, aber dafür ist es inzwischen leider zu spät. Derzeit gibt es leider nur zwei Möglichkeiten, Inhalte zu finanzieren: Werbung und Bezahlcontent. Da es inzwischen genügend technische Mittel gibt, Werbung zu filtern, gibt es dafür keine rosige Zukunft. Bezahlte Inhalte widerum funktionieren einfach. Natürlich kann man auch diese weiterverbreiten, indem man die PDF einfach mal rumreicht zwischen den Freunden, aber das war mit einer normalen Zeitung genauso einfach (nur nicht so einfach zu kopieren ;-)). Was die Webnutzer wollen: Kostenlose Inhalte bei höchsten Qualitätsansprüchen. Problem an der Vorstellung: Qualität gibt es nicht oft, diese will aber gut bezahlt werden. Wer schafft es schon, seine Miete durch viel Lob zu bezahlen? Die Inhalte in den kostenlos verfügbaren Wochenzeitungen lassen meist sehr zu wünschen übrig, wäre aber die Qualität, die einen erwartet. Was die Verlage wollen: Möglichst viel Geld aus möglichst wenigen Inhalten pressen. Problem an der Vorstellung: Wer will das nicht. Wenig Arbeit für viel Geld, davon träumt jeder. Die Endkunden wollen aber kein Papier und denken, dass digitale Inhalte kostenlos sind. Sie lassen sich doch einfach kopieren und kosten nichts, weil die Arbeit dahinter nicht mehr sichtbar wird. Ich glaube, dass man diesen steinigen Weg jetzt einfach gehen muss und die Leute werden sich auch daran gewöhnen, dass sie für ihre täglich gelesene Zeitung auch in Zukunft zahlen müssen, egal ob in Papier- oder Digitalform. Um diesen Schritt so einfach wie möglich zu machen, sollten die Verlage aber nicht zu weit gehen. Die Beträge für einzelne digitale Artikel sind bei einigen Zeitungen viel zu hoch. 10 Cent pro Artikel ist angemessen, aber 1,-- € viel zu teuer. Die gesamte Tagesausgabe würde für aber für 1,-- € vielleicht deutlich häufiger digital gekauft werden, als es jetzt in Papier- und Digitalform zusammen geschieht. P.S. Und wieder mal ist das einer der Blog-Beiträge, wo die Trolle nur Mist in den Kommentaren schreiben und die wirklich interessanten Leute nur zustimmend nicken, ohne was zu schreiben. Update: In den Kommentaren wird immer wieder betont, dass es darum geht, dass immer der selbe Brei verwurstet wird. Dem muss ich natürlich einerseits zustimmen, andererseits muss man dazu sagen, dass es wohl ca. 95% der Bevölkerung gar nicht auffallen wird. Die Ein-Quellen-Informationspolitik, die der Normalbürger default-mäßig fährt, lässt ihn solche Sachen, die außerhalb seines Scheuklappen-Sichtfelds passieren, völlig vergessen. Wir, die Digital-Natives haben unsere Feedreader, Live-Booksmarks, Twitter, Blogs, Newsseiten usw. die wir täglich in einem Affenzahn abklappern, aufsaugen, filtern, verarbeiten und weiterverbreiten. Glaubt denn niemand, dass es den (Chef-)Redakteuren in großen Agenturen anders geht? Die sehen eine Meldung mindestens 100 Mal und jedes Mal werden sie dort sitzen und sagen: "Na toll, wir waren zwar schnell, indem wir die dpa-Meldung direkt online gestellt haben. Leider waren alle anderen genauso schnell, weil sie das Selbe taten. Aber wir MÜSSEN schnell sein, weil wir sonst unsere Leser verlieren und die 'Internet-Community' sonst wieder rumzetert, dass sie die Meldung vor einer Stunde schon woanders gelesen haben." Vielleicht sollten wir uns alle mal überlegen, ob wir nicht alle an der aktuellen Pattsituation eine kleine Mitschuld haben.

Foursquare-Punkte-System völlig absurd

In den letzten Tagen kamen in der Twitter-Timeline immer wieder Foursquare-Meldungen rein, wo sich Leute derzeit befinden und grad ihren "Check-In" getätigt haben. Foursquare ist ein neues Location basiertes Spiel, bei dem man bei jedem Check-In entsprechend Punkte bekommt und man je nach Häufigkeit einige Punkte bekommt und entsprechende Auszeichnungen. Außerdem kann man nach 3 Check-Ins an einem Platz Bürgermeister des Ortes werden, je nachdem wer sich am Meisten dort eingecheckt hat. Für Iphone- und Android-Nutzer gibt es entsprechende Applications für ihre Plattformen, die anhand der GPS(-A)-Daten die bekannten Plätze in der Nähe zeigen, an denen man sich u.U. grad befinden und einchecken könnte. Ich habe aber weder ein Iphone, noch ein Android-Handy, aber da stellt Foursquare eine für Mobiltelefone optimierte Website zur Verfügung. Auf der gibt man seine Positionen selbst ein. Somit kann ich mich jederzeit überall auf der Welt einloggen. Ich war damit schon auf der ganzen Welt (u.a. auch in San Francisco) und hab mich auch im Twitter- und im Facebook-Hauptquartier eingecheckt und konnte Punkte sammeln, wie ich wollte. In diese Verlegenheit kommen die anderen App-Benutzer gar nicht erst, sodass ich eigentlich die hundertfache Anzahl von Punkten am Tag sammeln könnte, als andere Benutzer. Damit widerum ist das Leaderboard eigentlich ein großer Hohn. Aber wem's gefällt?!

Warum mich das Netzsperren-Gesetz peripher tangiert

Ursprünglich sollte ab morgen (01.08.2009) das "Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen" in Kraft treten. Dies scheint sich dann doch etwas zu verzögern. Es ist natürlich ein sehr umstrittenes Gesetz, besteht doch die Gefahr, dass eine Zensurinfrastruktur aufgebaut wird, die durch fehlende Kontrollinstanzen missbraucht wird. Mein Surfverhalten wird so eine Infrastruktur persönlich ja nicht beeinflussen, weil ich wohl nie ein Stopp-Schild sehen werde. Ich habe mir bereits vor knapp einer Woche einen Proxy in den USA gebaut. Dieser kann auch schwerlich gesperrt werden, weil es eine Amazon-EC2-Maschine ist, die bei jedem Hochfahren eine neue IP-Adresse hat. Außerdem werden die Inhalte ausschließlich verschlüsselt zu mir übertragen, sodass die derzeitige Technik die Inhalte nicht scannen kann. Entweder wird es dann also irgendwann eine weltweite Zensur geben (was natürlich Quatsch ist) oder die Politiker werden einsehen, dass ihre Möglichkeiten derzeit einfach sehr begrenzt sind in dem Bereich und sie sich wieder darauf konzentrieren, was sie am Besten können: heiße Luft produzieren. Bei Interesse stelle ich meinen Lesern gerne das EC2-Image zur Verfügung (obwohl es sich auch innerhalb von 5 Minuten aufsetzen lässt), damit auch ihr wieder unzensiert surfen könnt. Ich kann euch leider keinen Zugriff auf meinen Proxy geben, da ich ihn bei Nichtnutzung herunterfahre, um Geld zu sparen. Außerdem würde das die Traffic-Kosten sprengen ;-) Nur zur Info: Ich bin absolut gegen Kinderpornographie und bin wie die restlichen Kritiker eher dafür, das Problem an anderen Stellen zu lösen, die deutlich effektiver sind. PS.: Nette Nebenwirkung des Proxy: Man hat eine amerikanische IP-Adresse und kann dortige Services nutzen, wie z.B. Musikvideos auf Youtube, die in D schon zensiert sind.

December 16 2009

Hat Google mit UTF-8 Probleme?

Also ehrlich gesagt, mich wundert, was ich eben sehen musste. Die größte Suchmaschine der Welt hat ein Problem mit UTF-8. Ist halt doof, wenn man sein Content-Encoding auf ISO-8859-1 gestellt hat.

Google UTF-8

December 15 2009

Kostenpflichtige Inhalte im Web [Update]

Mal wieder geht ein Raunen durch die deutsche Internetszene: “Es gibt neue Bezahlinhalte im Web”. Gemeint ist u.a. das Angebot des Hamburger Abendblatts, welches nur noch einen kleinen Teil seiner Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen wird. Der Rest muss fleissig bezahlt werden, wie die Papierausgabe auch.

Leider verstehe ich die Aufregung nicht ganz. Ist die Szene noch immer so blind oder blöd zu glauben, dass kostenlose Inhalte wirklich funktionieren? Irgendwie muss der ganze Kram finanziert werden. Natürlich dachten auch Verlage viele Jahre, dass sie die Online-Ausgabe mit ihren Print-Einnahmen stützen könnten. Sie hätten von Anfang ihren Content kostenpflichtig machen sollen, sodass kein falscher Eindruck hätte entstehen können, aber dafür ist es inzwischen leider zu spät.

Derzeit gibt es leider nur zwei Möglichkeiten, Inhalte zu finanzieren: Werbung und Bezahlcontent. Da es inzwischen genügend technische Mittel gibt, Werbung zu filtern, gibt es dafür keine rosige Zukunft. Bezahlte Inhalte widerum funktionieren einfach. Natürlich kann man auch diese weiterverbreiten, indem man die PDF einfach mal rumreicht zwischen den Freunden, aber das war mit einer normalen Zeitung genauso einfach (nur nicht so einfach zu kopieren ;-) ).

Was die Webnutzer wollen: Kostenlose Inhalte bei höchsten Qualitätsansprüchen.
Problem an der Vorstellung: Qualität gibt es nicht oft, diese will aber gut bezahlt werden. Wer schafft es schon, seine Miete durch viel Lob zu bezahlen? Die Inhalte in den kostenlos verfügbaren Wochenzeitungen lassen meist sehr zu wünschen übrig, wäre aber die Qualität, die einen erwartet.

Was die Verlage wollen: Möglichst viel Geld aus möglichst wenigen Inhalten pressen.
Problem an der Vorstellung: Wer will das nicht. Wenig Arbeit für viel Geld, davon träumt jeder. Die Endkunden wollen aber kein Papier und denken, dass digitale Inhalte kostenlos sind. Sie lassen sich doch einfach kopieren und kosten nichts, weil die Arbeit dahinter nicht mehr sichtbar wird.

Ich glaube, dass man diesen steinigen Weg jetzt einfach gehen muss und die Leute werden sich auch daran gewöhnen, dass sie für ihre täglich gelesene Zeitung auch in Zukunft zahlen müssen, egal ob in Papier- oder Digitalform.

Um diesen Schritt so einfach wie möglich zu machen, sollten die Verlage aber nicht zu weit gehen. Die Beträge für einzelne digitale Artikel sind bei einigen Zeitungen viel zu hoch. 10 Cent pro Artikel ist angemessen, aber 1,– € viel zu teuer. Die gesamte Tagesausgabe würde für aber für 1,– € vielleicht deutlich häufiger digital gekauft werden, als es jetzt in Papier- und Digitalform zusammen geschieht.

P.S. Und wieder mal ist das einer der Blog-Beiträge, wo die Trolle nur Mist in den Kommentaren schreiben und die wirklich interessanten Leute nur zustimmend nicken, ohne was zu schreiben.

Update: In den Kommentaren wird immer wieder betont, dass es darum geht, dass immer der selbe Brei verwurstet wird. Dem muss ich natürlich einerseits zustimmen, andererseits muss man dazu sagen, dass es wohl ca. 95% der Bevölkerung gar nicht auffallen wird. Die Ein-Quellen-Informationspolitik, die der Normalbürger default-mäßig fährt, lässt ihn solche Sachen, die außerhalb seines Scheuklappen-Sichtfelds passieren, völlig vergessen. Wir, die Digital-Natives haben unsere Feedreader, Live-Booksmarks, Twitter, Blogs, Newsseiten usw. die wir täglich in einem Affenzahn abklappern, aufsaugen, filtern, verarbeiten und weiterverbreiten. Glaubt denn niemand, dass es den (Chef-)Redakteuren in großen Agenturen anders geht? Die sehen eine Meldung mindestens 100 Mal und jedes Mal werden sie dort sitzen und sagen: “Na toll, wir waren zwar schnell, indem wir die dpa-Meldung direkt online gestellt haben. Leider waren alle anderen genauso schnell, weil sie das Selbe taten. Aber wir MÜSSEN schnell sein, weil wir sonst unsere Leser verlieren und die ‘Internet-Community’ sonst wieder rumzetert, dass sie die Meldung vor einer Stunde schon woanders gelesen haben.”

Vielleicht sollten wir uns alle mal überlegen, ob wir nicht alle an der aktuellen Pattsituation eine kleine Mitschuld haben.

December 06 2009

Kostenloses Homepage-Hosting durch AppEngine

Die Google AppEngine ist wohl eine der beim “Pöbel” verkanntesten Dienste, die der Suchmaschinenriese anbietet. Noch vor wenigen Jahren sprossen Dienste aus dem Boden, die einem kostenlose Homepage anboten. Diese wurden mit Bannern nur so übersät. Damit meine ich gar nicht mal unbedingt Webbaukästen, sondern Dienste wie Geocities oder Xoom, die einem wirklich Speicherplatz anboten und wo man seine eigenen Werke hochladen konnte.

Google bietet einem eigentlich das Gleiche mit viel mehr Funktionen an. Man kann ganz normal statische Webseiten uploaden. Man muss zwar für’s Mapping der URLs eine kleine app.yaml mit anlegen, aber die lässt sich in 1 Minute erstellen und braucht dann nicht mehr angefasst zu werden. Mit dieser Lösung ist vielen kleinen Unternehmen und Privatleuten sogar schon geholfen. Man hat eine in der Cloud hochverfügbare Webseite mit genügend Resourcen, um normalen Anforderungen gerecht zu werden.

Möchte man dann noch ein Kontaktformular verwenden, kann man auf die angebotenen Programmiersprachen Python und Java zurück greifen. Nehme ich mal Python als Beispiel, ist so eine Kontaktformularfunktion in ca. 4-5 Zeilen geschrieben und Beispiele dafür gibt es im Netz zu genüge. Selbst Möglichkeiten, mit Template zu arbeiten, bietet Google in Python mit Django als installiertes RAD-Framework schon an.

Es ist also gut möglich, eine normale Website mit wenig Aufwand (man kann die Website sogar mit Tools wie Dreamweaver erstellen und pflegen) in der Cloud ohne Geld unterzubringen.

Natürlich geht das auch mit größeren Webprojekten, aber das wird ein anderes Mal Thema hier sein.

November 28 2009

Warum Google-Wave-Adressen keine E-Mail-Adressen sind

Eigentlich müsste die Überschrift noch den Zusatz “und warum E-Mail-Adressen nicht nur E-Mail-Adressen sind” tragen, war mir aber zu lang :-)

Zur Erklärung: E-Mail via SMTP (es gibt noch weitere Protokolle) ist eine Kommunikation, die serverübergreifend funktioniert. D.h. ein User von Server A kann einem User von Server B eine elektronische Mitteilung schicken. Man braucht also eine Notation, wie man den Benutzer und den Server kennzeichnet.

Wenn wir also annehmen, dass Server A die IP-Adresse 1.1.1.1 hat und Server B die IP 2.2.2.2 hat man sich überlegt, dass man ja folgendes Prinzip verwendet: “Benutzer auf Server 1.1.1.1″ – in der englishen Kurzform also “User at 1.1.1.1″ und da es ein altes Kaufmannszeichen für das “at” gibt, wurde es “User@1.1.1.1″. Da sich aber kein Mensch IP-Adressen merken will, kommt da noch DNS dazwischen, sodass daraus “User@ServerA.tld” wurde. “ServerA” ist nur ein Synonym, da es auch mehrere Server dahinter geben kann, die alle auf den gleichen Namen reagieren.

Wenn ich mich z.B. mit SSH auf einem Server einloggen möchte, ist diese Notation ebenso gültig, d.h. ich bin User@ServerA.tld. Es gibt noch viele weitere Services, die diese Notation verwenden. Somit hat die E-Mail nicht das einzige Anrecht so auszusehen.

Ebenso Google Wave verwendet dieses Prinzip. Das Wave-Protokoll baut auf Jabber (XMPP) auf, welches serverübergreifend funktioniert. Auch damit kann ich einen anderen Benutzer auf einem anderen Server kontaktieren. Viele haben es vielleicht noch nicht mitbekommen, aber Googles Wave-Server-Komponente kann man sich auch lokal im eigenen Firmennetzwerk einrichten. Wenn also ein Geschäftskunde mit mir eine Wave aufmachen möchte, kann er das tun, obwohl er z.B. auf Googles oder seinem eigenen Server arbeitet und ich auch meine eigene Wave-Version habe.

Dieser Punkt ist so vielen Leuten nicht klar, dass man nahezu täglich hört, warum Google denn die User@googlewave.com nicht als E-Mail freigibt, sodass man E-Mails in die Wave schicken kann. Mal abgesehen von weiteren Problemen, liegt es einfach nur daran, dass es keine E-Mailadresse ist, die man da sieht. Die Internet-Benutzer müssen einfach nur mal die Denkweise ablegen, dass es ein Aussehen nur für eine bestimmte Sache gibt.

Der Grund für diesen Beitrag: Heute auf dem Barcamp in Braunschweig gab es eine Diskussion, nachdem jemand meinte: “Mein Vater würde niemals Wave verwenden und deswegen muss Wave auch E-Mails annehmen, weil sich das als Kommunikationsstandard etabliert hat”. Mal abgesehen davon, dass wohl am Tag im Privatbereich mehr Informationen über diverse Messenger versandt werden, als E-Mails, ist Google Wave “kein E-Mail”. Es war eine Überlegung, wie E-Mail wohl aussähe, wenn man es HEUTE entwickeln würde. Es stellt etwas anderes dar und ist nicht zur E-Mail kompatibel. Wozu auch.

November 27 2009

Foursquare-Punkte-System völlig absurd

In den letzten Tagen kamen in der Twitter-Timeline immer wieder Foursquare-Meldungen rein, wo sich Leute derzeit befinden und grad ihren “Check-In” getätigt haben. Foursquare ist ein neues Location basiertes Spiel, bei dem man bei jedem Check-In entsprechend Punkte bekommt und man je nach Häufigkeit einige Punkte bekommt und entsprechende Auszeichnungen. Außerdem kann man nach 3 Check-Ins an einem Platz Bürgermeister des Ortes werden, je nachdem wer sich am Meisten dort eingecheckt hat.

Für Iphone- und Android-Nutzer gibt es entsprechende Applications für ihre Plattformen, die anhand der GPS(-A)-Daten die bekannten Plätze in der Nähe zeigen, an denen man sich u.U. grad befinden und einchecken könnte.

Ich habe aber weder ein Iphone, noch ein Android-Handy, aber da stellt Foursquare eine für Mobiltelefone optimierte Website zur Verfügung. Auf der gibt man seine Positionen selbst ein. Somit kann ich mich jederzeit überall auf der Welt einloggen. Ich war damit schon auf der ganzen Welt (u.a. auch in San Francisco) und hab mich auch im Twitter- und im Facebook-Hauptquartier eingecheckt und konnte Punkte sammeln, wie ich wollte. In diese Verlegenheit kommen die anderen App-Benutzer gar nicht erst, sodass ich eigentlich die hundertfache Anzahl von Punkten am Tag sammeln könnte, als andere Benutzer. Damit widerum ist das Leaderboard eigentlich ein großer Hohn.

Aber wem’s gefällt?!

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